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Eine Mietwohnung ist dann mangelhaft, wenn sie den Mietern in Abhängigkeit von der jeweiligen Möblierung ein überobligationsmäßiges Lüften abverlangt, ohne dass der Vermieter hierauf in ausreichender Weise hingewiesen hat. Wenn der Mieter seine Mietwohnung sodann mehr als zweimal am Tag lüften muss, liegt gewöhnlich ein Mangel der Mietsache vor. Das hat das Landgericht Aachen in seinem Urteil vom 02.07.2015 – 2 S 327/14 entschieden.

Viele Mieter kennen das Problem – sie melden ihrem Vermieter einen Mangel in Form von Schimmelbildung und der Vermieter schiebt die Bildung des Schimmels auf unzureichende Lüftung der Wohnung, verweigert die Instandsetzung der Wohnung und / oder verlangt gar Schadensersatz von seinem Mieter. Doch wie häufig muss ein Mieter seine Wohnung eigentlich lüften? Und hat die Platzierung der Möbel in der Wohnung einen Einfluss auf die Häufigkeit der Lüftung?

Grundsätzlich ist insoweit erstmal festzuhalten, dass ein Mieter normalerweise das Recht hat, die Möbel auch ganz nah der Wand aufzustellen – auch an eine Außenwand. Das Aufstellen von Möbel gehört nämlich zum vertragsgemäßen Gebrauch einer Mietwohnung. Ist ein größerer Abstand zwischen Möbeln und Wänden erforderlich, so hat der Vermieter hierauf ausdrücklich hinzuweisen. Unterlässt er dies, kann dem Mieter ein schuldhaftes Verhalten i. S. eines Verschuldens der Schimmelbildung nicht vorgeworfen werden. Weiterhin begründet die Notwendigkeit eines täglichen drei- bis viermaligen Lüftens einen Fehler der Mietsache, auf den durch den Vermieter zumindest hinzuweisen ist.

Ähnlich wie das Landgericht Aachen haben auch z. B. das Amtsgericht Osnabrück (Urteil vom 04.07.2005, IMR 2006, 1077), das Amtsgericht München (Urteil vom 10.06.2010, IMR 2010, 519) oder das Landgericht Konstanz (Urteil vom 20.12.2012, IMR 2013, 240) entschieden.

Grundsätzlich ist damit festzuhalten, dass der Mieter für ausreichendes Lüften und Heizen sorgen muss – die Frage, wie häufig Lüften insoweit noch zumutbar ist, ist allerdings eine Frage des Einzelfalls.

 
 

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